Nixes Sau

Ein unvergessliches Jagderlebnis mit Nixe vom Harzjäger.

Bei einer morgendlichen Kontrolle von Wiesen auf Schwarzwildschäden berichteten Spaziergänger von 7 Stück Schwarzwild, die 1 Stunde zuvor über einen Spazierweg in ein ca. 10 ha großes Waldstück direkt am Dorfrand gewechselt waren. Als Saueneinstand eigentlich nicht geeignet, wurden die Wechsel hier dennoch abgesucht und zunächst kein Einwechseln bestätigt. Trotzdem begab ich mich mit Nixe an der Leine in das übersichtliche Waldstück mit einigen Verhauen.  

Nach ca. 10 Minuten hing Nixe kräftig im Riemen und wollte geschnallt werden. Nach dem Schnallen wurde sie nach ca. 2 Minuten zunächst zögerlich dann aber immer gleichbleibend laut. Der Wind und mein Standort waren geradezu ideal und so ging die Hatz im Halbkreis um mich herum bis in einen Ilex-Verhau ca. 30 m vor mir. Hier merkte ich sofort, daß Nixe direkt am Schwarzwild war. "Böses Brummen" und hörbare Fassversuche durch Nixe ließen mich in Habachtstellung gehen. Der Verhau fing geradezu an zu leben, heftig wurden die Büsche geschüttelt. Nach ca. 1 Minute wich Nixe einer heftigen Attacke aus und brachte dabei einen Keiler mit heraus, der Nixe etwa 10 m auf die Freifläche folgte. Ohne Gefahr für Nixe, konnte ich dem Keiler eine Kugel auf den Teller anbringen, die ihn sofort zusammensacken ließ. Der Keiler wurde jetzt erst mal ausgiebig gebeutelt und voller Stolz empfing mich mein Hund am Stück.

Am Stück konnte ich schließlich erkennen, daß dem 2 - 3 jährigen Keiler der komplette linke Hinterlauf fehlte. Die völlig ausgeheilte alte Verletzung war offensichtlich im Frischlingsalter erfolgt. Offensichtlich war der etwas gehändikapte Keiler den anderen rauschigen Keilern nicht gewachsen und so in diesen Einstand verdrängt worden.

Bis bald, mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil

Roland F.


Sauen fest !

Sauenwetter...5 cm Schnee, kalt, sonnig und dazu ein schönes Revier mit Dickungen und Voranbauten. Mit wenig Schützen, einigen Treibern und 4 (1Bracke, 1 DW, 2 Dackel) Hunden soll Dickung für Dickung durchgedrückt werden. Das Anstellen mußte extrem leise erfolgen , nach ca. 5 Minuten starteten wir Treiber mit den Hunden. Ich habe mich mit Dackel Flocke und Jungwachtel Luna unter die Treiber gemischt, um die Hunde im Ernstfall zu unterstützen. Flocke ist erfahrener Saujager und gab nach 1 min. Standlaut - ein absolut sicheres Zeichen. Dann gesellte sich auch Luna dazu und die wilde Hatz ging los. Offensichtlich hatte sich die Rotte geteilt, es knallte an allen Ecken und Enden. Nach 15 min. lagen 5 Sauen. Luna hatte noch einen beschossenen Überläufer verfolgt aber nach den Aufbrechen waren auch alle Hunde wieder da. So ging es dann weiter, unterbrochen lediglich durch eine Brotzeit im Walde & am Ende des Tages lagen 13 Sauen, 1 Nachsuche, alle Hunde wieder da und keiner geschlagen.

Besser geht es nicht! Für Luna war es eine optimale Einarbeitung auf Sauen. Sie hat das Treiben nie länger als 5 min. verlassen und mehrfach Erfolg am Stück gehabt.

Die etwas andere Hasenspur

Es begab sich im Winter 2001. Motivierte Wachtelhunde und ihre Führer trafen sich voller Erwartungen auf verschneiten Feldern um Hasen zu suchen. Schließlich standen die Jugendprüfungen ins Haus und gute Hasenspuren sind das A und O für einen Jungwachtel der seine hervorragende Nase und ausgeprägten Spurwillen zeigen will. Also geht es los - in breiter Front aufgestellt und wer ein Langohr ausmacht, bitte laut melden! Von Zeit zu Zeit wird die umliegende Landschaft mit dem Glas abgeleuchtet wir wollen auf keinen Fall einen Hasen übersehen. Doch halt - was ist das? Ein Elefant!

Du spinnst, gib mal das Glas her, bist du immer noch nicht ausgenüchtert von gestern Abend? Mmmm - tatsächlich ein Elefant, kaum zu übersehen. So sorgte ein Zirkus im Winterquartier für einige Verwirrung bei Hunden und Führern.

Der Pensionshirsch

Nach einer Bewegungsjagd im Forstamt Blankenburg wurde von einem Jäger gemeldet, daß ein Hund am Gegenhang einen Hirsch mehrfach gestellt hat und der Hirsch offensichtlich krank ist. Nach genaueren Beschreibungen handelte es sich um unsere Hündin Leika die ganz in der Nähe zur Jagd geschnallt war. Also brachen wir, solange es noch hell war, zur beschriebenen Stelle auf. Vielleicht kann die Hündin den Anschluß finden. Am langen Riemen geht es auf ein Fichtenstangenholz zu, wo die Hündin deutlich markiert. Wir entscheiden uns sie zu schnallen. Kurze Zeit später folgt tiefer Standlaut.  


Nun heißt es vorsichtig das Wild angehen. Ich bleibe etwas zurück, schließlich dürfen wir uns gegenseitig nicht gefährden. Es fällt ein Schuß und dann poltert es im Bestand: 20 m vor mir steht der Hirsch und stellt sich dem Hund erneut. Soll ich schießen? Der Hirsch ist sehr stark aber offenbar nicht gesund. Also Hegeabschuß. So hängt nun mein "Pensionshirsch" an der Wand obgleich ich noch 40 Berufsjahre vor mir habe.